Über den Autor: Der US-Amerikanische Autor, Phsyiker, Politiker Ron E. Paul ist ein scharfer Kritiker des FED-Systems (Geldsystem der USA), der US-Überwachungsprogramme und des militärisch-industriellen Komplexes.  Er sprach sich gegen den Irakkrieg 2002 aus und kritisiert die aggressive US-Außenpolitik. Manche bezeichnen ihn als „Anarcho-Kapitalist“, andere wiederrum als den „intellectuall godfather“ der Tea Party Bewegung.

Die Gefahr des US-Ermordungsprogramms

Im Liberty Report deckten wir das US-Ermordungsprogramm auf. Vielleicht erinnern Sie sich, als Barack Obama ein Dekret erlassen (welcher für alle Beamte bindend galt) hatte, in welchem er sich die Befugnis gab, nach eigenem Ermessen sogar amerikanische BürgerInnen ermorden zu lassen.

Nun, ein sehr wichtiger Bericht wurde vom The Intercept veröffentlicht, der uns einen Einblick gab, wie schrecklich das US-Dronenprogramm in der Praxis aussieht. Der Bericht stammt von einem Whistleblower, der aufzeigte, dass während eines fünf-monatigen Zeitraum, allein in Afghanistan rund 90% der getöteten Menschen nicht die „target“ (beabsichtigten) Ziele waren.

Das ist ein sehr gefärhliches Territorium. Die Unmoral sollte hierbei sehr offensichtlich sein. Dies hat aber Konsequenzen und sogenannte „Blowbacks“, die wie ein Bumerang zurückprallen können.

Es ist nun gut dokumentiert, dass es derzeit eine Epidemie von PTSD unter den Drohnenoperatoren gibt. Das war sicherlich keine beabsichtigte Folge. Die Dronenbetreiber sollten in bequeme Räumlichkeiten sitzen und doch erleben sie psychische Störungen.

Weiters muss man sich die Frage stellen, wie die Menschen in Afghanistan über solche Tötungen nachdenken? Ironischerweise hat die US Regierung Russland gewarnt, dass ihre militärischen Operationen in Syrien nur noch mehr Terroristen schaffen würde. Ist es hierbei nicht vernünftig anzunehmen, dass die US-Dronenkriege Gefühle von Zorn und Hass erwecken werden? Wenn 90% der getöteten Menschen nicht einmal die beabsichtigten Ziele waren, würde das nicht zerstörerische Emotionen einen zusätzlichen Kraftstoff liefern?

All dies ist unnatürlich. Ich glaube, dass die Leute instinktiv gut sind und die Fahrtrichtung ändern können. Ich glaube nicht, dass Krieg in der Natur liegt. Leider nimmt eine Gruppe von Menschen die Zügel der Macht in die Hand und benutzt diese für die Zerstörung. In diesem Fall sind es die Neokonservativen.

Mehr AmerikannerInnen müssen sich der Gefahr der derzeitigen US-Politik bewusst werden.

Wenn du an einen Nachbarn denkst, der schlechte Gewohnheiten hat, dann gehst du nicht nur in sein Haus und sagst: „Mir gefällt nicht wie du deine Kinder erziehst, du gehst nicht in die Kirche, du liest nicht die richtigen Bücher und du hast in der letzten Zeit nicht gewählt. Ich werde dich zwingen es zu tun!“ Wir würden nicht einmal daran denken so etwas zu tun. (Interventionismus)

Nun, dass ist aber genau das, was die US-Regierung auf der ganzen Welt macht. Man macht sich im Grunde keine Sorge um die moralischen Implikationen. Man macht sich keine Sorge um die Rechte und um die Freiheit.

Wir dirigieren nicht wie unser Nachbar leben soll. Wir wissen es besser! Ich glaube nicht, dass die US-Regierung die Legitimität besitzt, anderen Staaten zu sagen wie sie leben sollten.

 

 

Veröffentlicht mit der schriftlichen Erlaubnis vom „Ron Paul Institute for Peace and Prosperity“: RonPaulInstitute.org

 

Published and written by Ron Paul – Friday, October 16, 2015.

 

Übersetzt vom Varna Peace Institute (VIPR) am 19.03.2017.