Ein Interview geführt von Amy Goodman (democracy.now – 08 Juli 2009):

 

Amy Goodman:

Das ehemalige Kongressmitglied Cynthia McKinney kam nach ihrer Deportation aus Israel wieder in den Vereinigten Staaten zurück. MyKinney war eine von 21 AktivistInnen, die von dem israelischen Militär in den internationalen Gewässern festgenommen wurde, als sie versuchten humanitäre Hilfe für Gaza zu leisten. Zusätzlich sprechen wir mit dem Filmemacher Adam Shapiro, der ebenfalls festgenommen und abgeschoben wurde. Auch an Bord des „Free-Gaza“ Bootes war der Friedensnobelpreisträger Mairead Maguire.

Die Reise der Free-Gaza Bewegung war der erste Trip in Richtung Gaza seit dem abgebrochenen Versuch vom Januar. Diese Reise wurde damals abgebrochen, nachdem das israelische Militär drohte, die zivilen Passagiere an Bord zu erschießen. Ein anderes Boot wurde von der israelischen Marine bewusst gerammt und dabei wurde es fast versenkt.

Nun, sind wir mit Cynthia aus Washington verbunden. Und zu Gast in unserem Studio ist Adam Shapiro, der die Reise nach Gaza filmte. Er ist ein palästinensischer Menschenrechtsaktivist und Mitbegründer der Internationalen Solidaritätsbewegung. Sowohl Cynthia McKinney als auch Adam Shapiro wurden in Israel festgenommen und in die USA zurückgeschickt.

Cynthia, warum bist du dort hingegangen? Was ist mit dir im israelischen Gefängnis passiert?

Cynthia McKinney:

Nun, ich bin nach Gaza gereist, weil es dort eine grobe Ungerechtigkeit gibt, die sich Tag täglich wiederholt. Das ist nun mein zweiter Versuch mit einer Free-Gaza Organisation nach Gaza zu reisen. Und zum zweiten Mal ist es vom israelischen Militär vereitelt worden. Somit sind meine Beweggründe: die Rechte, die Menschenrechte und das palästinensische Volk.

Natürlich sah die Welt die Operation Cast Lead, in der die US-gelieferten Waffen: F-16 Bomber, weißer Phosphor, Uran, Clusterbomben und DIME-Waffen im Einsatz gegen die wehrlosen Menschen in Gaza zu sehen waren. Und natürlich wollten wir nach Gaza um humanitäre Hilfe zu leisten. Und beide Versuche wurden vom israelischen Militär sabotiert.

Amy:

Waren Sie am Schiff als es gerammt wurde vom israelischen Militär?

Cynthia:

Ja, ich war an Bord des Schiffes Dignity und ja, es wurde in internationalen Gewässer gerammt.

Amy:

Und wann war das?

Cynthia:

Es war im Dezember, einige Tage nach dem Beginn der Operation Cast Lead. Ich wurde von der Free-Gaza-Bewegung gebeten innerhalb von 24 Stunden an Bord zu kommen. Und ich sagte zu und ging an Bord.

(…)

Der ehemalige Präsident Jimmy Carter besuchte Gaza und im Grund erkannte er die vollständige Verwüstung von Gaza. Die Menschen in Gaza, die durch US-gelieferte Waffen an Israel verwüstet worden sind, werden unter jeder menschlichen Würde behandelt. Ich fordere die Israelis auf, eine Antwort auf Carters Aussagen und Feststellungen zu liefern.

Amy:

McKinney, erzählen Sie uns über Ihr Gefängnisaufenthalt. Konnten Sie die Obama-Administration erreichen, während Sie im israelischen Gefängnis saßen?

Cynthia:

Nun, der Gefängnisaufenthalt war sehr interessant. In der Tat war die erste interessante Sache die ich dort erlebte, der scheinbar endlose Strom an farbigen Menschen. In meinem Zellenblock gab es Frauen aus Afrika und Asien, die nach Israel gehen wollten weil es das Heilige Land ist. Und viele von ihnen, nicht alle von ihnen, aber viele, hatten den Flüchtlingsstatus der Vereinten Nationen. Sie waren also von der UNHCR als Flüchtlinge deklariert worden. Aber mittels Einschüchterung und Bedrohungen wurde ihnen klargemacht dass die UN nicht in Israel sei.

(…)

Amy:

Wir haben nur mehr wenige Sekunde auf Sendung. Erzählen Sie uns ein wenig über Ihre Pläne?

Cynthia:

Nun, ich wünschte ich würde die Kinder in Gaza mit Büchern und die zerstörten Gebäude und Häuser repariert sehen.  Ich würde gerne sehen wie das Leben in Gaza wieder aufgebaut (wieder belebt) wird. Ich wünschte die Palästinenser könnten auch die Menschenrechte genießen.

Amy:

Glauben Sie wird uns Präsident Obama in diese Richtung führen?

Cynthia:

Nun ich glaube Sie können das genauso gut beantworten wie wir alle. Man werfe nur einen Blick in das Außenministerium von Irland, die protestierten und die israelische Regierung bat ihre Bürger freizulassen.

Amy:

Ich Danke Ihnen für das Gespräch!

 

Das völlständige Interview von Amy Goodman finden Sie unter democracynow.org auf englisch – (July 08, 2009)

 


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